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Meine Reiseberichte von:

 

Naalafushi / April 2008



Besondere Eindrücke einer Einladung auf eine einheimischen Insel

Am frühen Morgen nehme ich Abschied von meinem Schatz. Was würde ich geben, wenn er mitkommen könnte. Soooo lange ist es her, dass wir Zwei zusammen auf Thuhagiri waren. Eine Ewigkeit!

Meine Freundin Ruth kommt mit mir bis zum Flughafen. Sie gibt mir wieder ihren Maulwurf mit. Sicher kann ich dieses Mal bessere Fotos von ihm machen. Ich habe eine neue Kamera. Mit ihr kann man ins Wasser ohne spezielles Gehäuse. Ganz praktisch!

Der Flug mit der Emirates ist fantastisch. Zu meinem Glück bleibt der Sitz neben mir leer. So kann ich mich herrlich breit machen. Im Filmangebot ist der „goldene Kompass“. Die Verpflegung ist herrlich, also was will man noch mehr?



Mitten in der Nacht landen wir in Dubai zum Umsteigen. Die Stadt ist ein Lichtermeer. Ich glaube da schläft Keiner, denn es wird auch Nachts gebaut. Der Flughafen ist sehr imposant und luxuriös.



Es hat unwahrscheinlich viele Leute. Kaum zu glauben dass es mitten in der Nacht ist. Aber wohin jetzt? Male ist nirgends angegeben! Man muss erst darauf kommen, dass mein Flug mit Colombo gekennzeichnet ist, da wir ja in Male nur zwischen landen. Mit der ganzen Sucherei nach dem richtigen Gate hatte ich keine Zeit mehr um ein bisschen zu shoppen. Schade!
Beim Abflug sah ich noch besser wie pompös und riesig der Flughafen ist. Schön, jetzt fliegen wir in den Sonnenaufgang und landen in 4 Stunden in Male.

Dieses Mal dauerte die Warterei bei der Einreise schon ziemlich lange. Aber was solls , es sind ja Ferien.
Ausserhalb des Zolls musste ich noch Dollars in Rufiyaa wechseln, da man auf der einheimischen Insel nicht mit Dollars bezahlen kann. Draussen steht mein Gastgeber mit dem grossen Bild vom Migrosartikel ( Presse Migros). Ober Cool! Die Begrüssung ist sehr herzlich. Mit einem Speedboot werde ich nach Male gefahren. Von da aus geht es mit dem Taxi zu einem Guesthouse. Dort konnte ich duschen und etwas essen bevor die Reise mit dem Dhoni weitergehen sollte.

Wir gingen Vorgängig noch einkaufen. Ich durfte nicht auf eigene Faust gehen. Es sei zu gefährlich! Der Verkehr war das Chaos pur. Mein Begleiter erklärte mir, dass in Male gegen die Kriminatität aber auch gegen Alkohol und sogar gegen Drogen angekämpft würde. Also spazierte ich  durch Male mit perönlichem Body-Guard. Ein ulkiges Gefühl. Vor dem Start musste ich noch mit meinem Pass zur Polizei um diesen kopieren zu lassen. Es war und ist nicht selbstverständlich, dass ein Tourist auf eine einheimische Insel reisen darf. Es brauchte eine spezielle Bewilligung. Aber es klappte alles und es konnte losgehen.

Das Dhoni das wir dann bestiegen  „die Isgsona“ gehört meiner „Malediven-Familie“ und sie machen Transporte mit allem für Alle durch die ganzen Malediven. Auf dem Boot stelle ich fest dass meine Uhr nicht mehr funktionierte. Toll, zwischendurch wäre es ja schon gut zu wissen wie spät es ist. Es dauerte auch noch recht lange bis das Boot vollends beladen war. Ich bekam Sandwichs und Getränke für die Überfahrt. Wir würden immerhin rund 12 Stunden auf dem Meer sein. (Wer sagt da was von Abenteuer??????????)

Mit einem Sonnenschirm sass ich auf dem Dach des Dhonis und beobachte den Hafen und das beladen der Isgsona. Sie lag total verschachtelt zwischen vielen verschiedenen Booten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das Schiff jemals aus diesem Chaos raus kommen sollte. Aber eine Meisterleistung des Kapiäns und seiner Crew machte die Abfahrt möglich. Obwohl die Boote Seite an Seite lagen, haben sie sich nicht berürt. Es gab keine Schrammen an den Schiffen und man hörte aber auch keine lauten Worte. Es war wie ein Mikadospiel.
Für mich gab es schon viel zu sehen und zu staunen.



Waren das wirklich Haifischflossen die auf einem Dhonidach lagen? Wiso hat es soooo viel Müll aber auch einige tote Fische im Wasser. In mir kam ein beklemmendes Gefühl auf. Gilt das Paradies nur für die Touristen?

Jetzt bekam ich meinen Platz „unter Deck“. Eine Liegefläche  direkt neben dem Kapitänssitz. Der zeigte mir auch noch den Weg zur Toillette. Abenteuerlich! Eine ca.30cm breite Leiste entlang des Bootes war zu begehen. Dann einmal kurz über die Ladung in den unteren Stock geklettert, stand ich vor einem kleinen Kabäuschen. Mir wurde eine halbe Petflasche mit Wasser gereicht. Mir war schnell klar wofür die war. Dann machte ich die Türe auf, und sah nur noch das Meer unten durch rauschen. Die Kabine war aber genau so breit, dass man mit den Beinen auf beiden Seiten ansperren konnte.  Also da ging ich nur auf die Toillette, wenn es nicht mehr anders ging. Zum Glück war auch das Meer sehr ruhig, denn sonst wäre der gang zum WC leicht gefährlich, da man sich auch nirgends festhalten konnte. Ich habe es aber gut überstanden!

Die Fahrt war fantastisch. Vor Embudu begleiteten uns Delfine eine Zeit lang. Später sah ich viele fliegende Fische. Sie springen vor dem Bug aus dem Wasser und fliegen knapp oberhalb der Wasseroberfläche eine recht lange Strecke.



Es wurde schnell dunkel. Ein bisschen unheimlich war es schon, und trotzdem schlief ich ein paar Stunden. Mittlerweile war es 23 Uhr und Muli (eine einheimische Insel)  in Sicht. Dort sollte die Isgsona ankern, da sie erst am nächsten Tag entladen würde. Ich durfte mit meinem Gepäck auf ein winziges Boot umsteigen. Hatte ich noch Knochen und Gelenke? Es kam mir nicht so vor.

Aber die Fahrt war ein absolutes High Light. Mitten auf dem Boot thronen. Ich kam mir vor wie Kleopatra bei ihrem Einzug in Rom. Es war stockdunkel, nur von weitem sah man die Lichter von Naalafushi. Der Wind sauste mir um die Ohren und dazu das plätschern und den Duft des Meeres. Einfach unbeschreiblich! Ich war mittlerweile 40 Stunden auf den Beinen und kein bisschen müde. Adrenalin pur!

Ich wurde von meiner Gastgeberin Maya und ihrer Tochter Shaaya herzlich begrüsst und zum Haus begleitet. Im Zimmer, das ich jetzt 3 Woche bewohnen würde stand ein Blumenstrauss  und eine Holztafel mit einem Willkommensgruss.



Durch das ganze Haus roch es nach Curry. Fantastisch! Erst jetzt merkte ich auch dass ich einen riesen Hunger hatte. Fischcurry mit Roshi isst man auch mit der Hand. Ich hatte recht schnell erlickt wie das Essen funktioniert. Es ist ein Genuss so zu essen. Dann war es aber echt an der Zeit um ausgiebig zu schlafen.

Am nächsten Morgen weckte mich Maya, ansonsten hätte ich wohl den ganzen Tag verschlafen.Wir gingen mit Shaaya an den Strand. Naturlich nicht in Badehose wie auf einem Touristenresort. Es war nicht ein Strand wie ich es gewohnt war. Es lag schon Einiges rum das nicht dahin gehört hätte. Aber das Wasser war klar und wir konnten ein Stück weit raus um da zu schnorcheln. Nicht zu weit, weil die Strömung zwischen Naalafushi und der 50 Meter weit enfernten Touristeninsel sehr stark war. Auch unter Wasser sah es anders aus. Es hatte viel Seegras in dem sich Seenadeln tummelten.

Ich hatte schon lange keine mehr gesehen und mich daher über die Verwanten der Seepferdchen gefreut. Ein Picassodrücker Päärchen zog seine Runden. Ein Papageienfisch lag bewegungslos am Grund. Irgend etwas hat ihm gefehlt, denn er glotzte mich nur an und schwamm aber nicht weg. Als ich ans Ufer schwamm blinkte ein rotes Licht an der Kamera. Auf dem Disply stand: „Die Kamera ist nicht geschlossen!“ Das durfte nicht wahr sein, war aber so! Ich möchte meine Gedanken die ich damals hatte nicht wiedergeben. Auf jeden Fall war ich alles andere als glücklich!

Zum Glück hatte ich die Kamera von meiner Schwester noch dabei und konnte somit wenigstens an Land fotografieren. In den 3 Wochen war ich noch ein paar mal schnorcheln, habe auch tolle Sachen (vor allem viele Steinfische) gesehen, aber irgendwie war es ganz anders.

Auf der Insel wurden mir viele Leute vorgestellt. Ich wurde von allen herzlich aufgenommen. Durfte sogar in die Restaurantküche und die Frauen beim kochen fotografieren. Auch bei den anderen Arbeiten konnte ich sie beobachten und Maya erklärte mich fortwährend alles.

Es ist fantastisch wenn man einen solchen Einblick gewährt bekommt. Ich lernte den Besitzer des Inselshops kennen. Mein Buch „Wenn Träume in Erfüllung geh’n“ hat er in sein Sortiment aufgenommen. Zwei Mal in der Woche fahren Touristen von ihrem Resort aus nach Naalafushi um eine einheimische Insel kennen zu lernen. Sie sehen ein paar Strassen und die Leute die gerade in der Nähe sind und können im Inselshop Souveniers erstehen. Aber DEN Einblick in das Inselleben wie ich es hatte, haben sie natürlich nicht.

Jeden dritten Tag fuhr ein grosses Schiff vor die Insel und man entlud Thunfische. Die Krähen waren immer startbereit bevor man das grosse Schiff überhaupt sah.



Sie wissen genau, dass immer etwas abfällt für sie. Da sie nicht geduldig genug sind bis die Fische dann ausgenommen werden, holen sie sich einfach einen Schnabel voll vom Fisch. Maya erklärte mir, dass jetzt die Männer der Insel den Fisch für ihre Familie holen würden. Frauen sind dann nicht dabei. Ich durfte aber hingehen und den ganzen Ablauf auf Bild festhalten. Als alle ihren Fisch gekauft hatten wurde die Restlichen auf eine Karre verladen um ins Dorf gefahren zu werden.




Dort wurden sie filetiert, teilweise leicht vorgekocht und dann geräucht. Das nennt sich Valomass und wird in drei verschiedenen Räucherstadien angeboten. Leicht geräucht zum kochen und mehr geräucht zum aufschneiden und so mit Zwiebeln und Chilli zu essen. Alle drei Arten sind sehr gut.

Am nächsten Tag durfte ich mit in die Küche des kleinen Restaurants und zusehen wie die Frauen das essen vorbereiten. Das ist eine enormaufwändige Sache. (Mehr unter: Rezepte) Aber alles schmeckt ausnahmslos gut. Die einen Sachen sind manchmal extrem scharf. Es hat aber auch mildere und auch süsse Teilchen. Jeden Abend gegen 17Uhr stiefelten wir drei ins Restaurant und assen dort diese Spezialitäten und tranken Tee dazu.

Irgendwie kam es mir vor, das die Leute immer meine Füsse begutachteten. Maya erklärte mir, dass die Malediver es als schlimm empfinden wenn man keine Schuhe (Flip-Flops) trägt. Das bedeutet Armut! Es ist schon komisch! Der Tourist gibt viel Geld aus um es zu geniessen ein paar Tage barfuss im Sand zu gehen und für die Einheimischen ist es eine schlimme Vorstellung, es zu müssen.

Einmal in der Woche ist Waschtag! Es gibt eine kleine Waschmaschine im Haus. Das Wasser dafür wird aus dem Gifili geschöpft und in die Maschine geleert. Das aber auch nur wenn es geregnet und somit genügend Wasser hat.



Wasser ist sowiso etwas ganz kostbares auf Naalafushi. Regenwasser wird vom Dach her in einen riesigen Wassertank abgeleitet. Von da her dann alle paar Tage in grosse Petflaschen abgefüllt. Somit hat es immer einen schönen Vorrat im Haus mit trinkbarem Wasser. Das Wasser aus dem Hahn (Grundwasser) hat keine Trinkwasserqualität. Es riecht sehr streng! Daher steht für nach dem duschen eine Petflasche voll Regenwasser zum abspülen bereit.

Ein ganz besonderer Tag bricht an. Ich kann mit in die Schule, Dort wird geübt für das Kinderfest. Auch von anderen Inseln werden die Einheimischen kommen um einen Tag bei Spiel und Spass mit den Schülern zu verbringen. Die Jungs und Mädchen lernen einen Tanz. Es war lustig als Shaaya merkte, dass ich die Begleitmusik kannte. Genau DEN Tanz und diese Musik haben die maledivische Tanzgruppe an der FESPO in Zürich gezeigt.

Tagsüber sieht man viele Frauen beim Arbeiten.Sie schrubben am Strand die Pfannen und Töpfe mit Sand sauber. Es ist anstrengend, die Gefässe in der Hocke zu polieren. Aber die Pfanne sind nachher blitzsauber. Am Abend vergraben die Frauen Kokosnussschalenteile im Wasser und markieren die Stelle mit einem feinen Stecken. Mit Wasser vollgesogen, kann man am Morgen die Fasern ohne Problem aus den Schalen lösen. Sind sie getrocknet, werden sie zu Schnüren verarbeitet.

Wir gehen im kleinen Inselladen einkaufen! Es hat sogar Jogurths auf dem Gestell. Ja, nicht im Kühlschrank! Dort hat es Cola und Fanta. Es gibt Reis und Teigwaren im Angebot, Zwiebeln und Chilli aber auch Bananen und Papayas sind zu haben. Toastbrot und Chips aber auch viele süsse Kuchen liegen auf dem Gestell.

Kosmetikartikel und Waschpulver, aber auch Henna und Rasiergel gibt es. Im Moment ist das Angebot reichlich, was aber nicht heisst, dass es immer so ist. Kommt das Boot mit der neuen Lebensmittellieferung nicht, hat es einfach nichts!

Inselspaziergänge gehörten jeden Tag dazu. Auf dieser Insel herrscht ein grosses Problem mit der Entsorgung des Abfalls. Es stapeln sich Dinge wie Petflaschen und Büchsen. Aber auch Plastik findet keine gerechte Entsorgung. Es sollte doch möglich sein für dieses Problem eine Lösung zu finden. Weit gefehlt! Ist es wirklich unmöglich den Müll von Naalafushi zusammen mit dem Abfall der Nachbarinsel (Touristeninsel) zu entsorgen? Man sieht Ansätze, dass die diversen Sachen getrennt abgelegt werden, aber sie stapeln sich eben.

Obwohl ich nun schon einige Male auf den Malediven war hatte ich das Gefühl ich sei in einer anderen Welt. Das Inselleben auf Naalafushi hat mich sehr beeindruckt und mir gezeigt, wie viele Dinge wir zu Hause als selbstverständlich hinnehmen, obwohl sie es gar nicht sind! Einfach den Wasserhahn auf zu drehen und trinken, oder in den Laden zu gehen und einfach kaufen was das Herz begehrt. Auch, nur den Knopf zu drücken um saubere Wäsche zu haben, und den Abfall in einen Container zu werfen und sich um nichts mehr kümmern zu müssen! Ich werde auf jeden Fall alle diese Dinge umso mehr schätzen!

Meine Maledivenfamilie hat mir für nächstes Jahr wieder eine Einladung ausgesprochen. Ich freue mich sehr darauf, werde aber mit Möglichkeit doch noch ein paar Tage auf einem Resort verbringen, denn nur im Badeanzug schwimmen hat mir sehr gefehlt!  Auch wenn es auf Naalafushi ein ganz besonderes Leben ist, habe ich die Zeit und die Erfahrungen genossen. Auch die vielen guten Gespräche, Erzählungen und Einsichten in eine andere Lebensart waren sehr bereichernd für mich.

 

Auf diesem Weg möchte ich mich für all die Herzlichkeit bedanken!

 

Transit Dubai
Sandwich im Guesthouse
Ausicht vom Dhonidach
Haifischflossen....
Betonmischer auf dem Boot
In Reih umd Glied...
Frühstück
Roshi
Fischer im Sonnenuntergang
Büsi "Coiffeurli"
Opfer der Nacht: ein Drücker
Einkaufsmeile von Naalafushi
Abwasch
Junger Kofferfisch
Büro der Schulleitung
Aussicht vom Haus der Gastgeber
Einholen der Boote
Taxiboot
Arbeiter werden zur Arbeit auf der Nachbarinsel abgeholt
Es regnet in Strömen
Geil, mein Strand! :O)
Was gucksch Du?!
Gastgeberhaus
Muräne
Muräne zum trocknen an der Sonne! Warum?
Hässlich!
Die Köchin hat Pause
Fischer kommen vom Fang zurück
Fischtransport
Abladen des Fangs
Innereien die nicht einmal die Vögel fressen....
Unser Abendessen
Fischfilet
Vorkochen der Thunfischfilets
Fertig geräuchte Filets
Thunfisch zum trocknen
Trockenalage für Fisch
Mein Privatgarten
Muschel im ehemaligen Haifischnetz
Versteinerung
Isgsona
Sehnsuchtsausblick
Lederkrebs
Fass mich nicht an!
Harley für einen Km...
Hilfe! Stecke fest!
Hausbesuch
....auch unter dem Kühlschrank
Kokusraffel
Bin ich wirklich auf den Malediven?
Eierlaufen
Zukünftige Superstars
Gifili (Grundwasserreservoir)
Blick in die Tiefe
Waschtag
Schnecken beim.....
Trinkwasserreservoir
Passionsblume

 

Passionsfrucht

Eingraben der Kokosnussschalen
Ausschaben der Kokosschalen
Kokosfasern
Rücktransport nach Meedufushi
Drücker
Embudu
Heimflug
Malé
Thulaagiri
Dubai
Dubai
Dubai

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