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Filitheyo / Februar 2005

Bei fantastischem Wetter flogen wir von Male nach Filitheyo. Mitten im Wasser landeten wir vor der Insel und wurden mit einem Dhoni abgeholt. Die Insel ist ja riiiesig. Aber das Hausriff sah man vom Boot aus bereits sehr gut. Ein Traum!

Nach kurzen Anmeldevormalitäten und einem kühlen Drink wurden wir zu unserem Bungi geführt. Mensch, war das ein weiter Weg. Wir wurden zuhinterst auf der Insel einquartiert. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Der Strand war extrem wild. Die Natur und das Wasser! Man sagte uns sofort, dass man auf dieser Seite der Insel nicht ins Wasser dürfe, da die Strömung viel zu stark sei. Na Bravo!

Dafür war das Häuschen ein Traum. Neben dem Himmelbett auf einem Tischchen stand ein Teller voll mit frischen Früchten. Herrlich!

Der absolute Hammer war das Badezimmer. Schade, dass man nicht mehr Zeit im Bad verbringt. Ein richtiger Garten war darin angelegt. Wunderschöne Kacheln zierten die Wände. In der Dusche waren Lampen integriert, was ein traumhaftes Duschen bei Nacht versprach.

Auf der Terrasse und vor dem Bungi hatte es je zwei Liegestühle. Und weit und Breit kein Mensch. Die anderen Bungis waren leer. Herrlich, wie Robinson Cruso aber mit viel Luxus. Die Insel war nämlich schon nicht unsere Preisklasse.
Das sah man auch gut am Buffet. Es wurde sehr viel Shushi angeboten. Reis in allen Variationen und diverse Fleisch-und Fischgerichte. Das Meiste aber extrem scharf. Traumhaft war jedesmal das Dessertbuffet und die vielen Früchte. Alles ganz Nobel. ....und weitläufig, wie die ganze Insel. Wir hatten fast 20 Minuten bis wir beim Essen waren.

Das mag ja noch gehen, aber mit vollem Bauch fanden wir den Weg doch schon zu weit.
Wir erhielten am Abend Informationen über das Riff. Leider hatten wir eine Zeit erwischt zu der die Strömung sehr stark war. Es hatte 6 Ausgänge am Hausriff, aber wir konnten nur vom 2. bis zum 4. schnorcheln. Der Anblick am Riff war herrlich. Enorm viele Anemonen mit ihren Fischen. Aber zum fotografieren musste ich rückwärts schwimmen denn die Strömung war viel zu stark und somit konnte ich nicht bei einer Anemone verweilen.

So machte uns das schnorcheln keinen Spass. Jeannette meldete sich für einen Tauchgang und ich für einen Ausflug zu einem anderen Riff an. Natürlich mit der Hoffnung, Strömungsfrei zu schnorcheln. Aber weit gefehlt. Wir hatten Beide keinen ruhigen Wassertrip. Der Guide vom Schnorchelausflug wollte uns mit etwas Besonderem entschädigen. Er würde uns eine Fischzucht zeigen. Nachher war ich mir sicher, dass diese Fischzucht nicht offiziell sein kann. Die Fische konnten nämlich nicht in die Breite, sondern nur in die Tiefe schwimmen. Zwei Touristen stiegen in die 2 auf 2 Meter grossen Käfige um die Fische aus der Nähe zu sehen. Ich blieb auf dem Boot. Als ich aber den Fotoapparat raus nahm, weil ich einen Fisch um Luft ringen sah, wurde mir das vom Guide verboten. Was mich aber nicht hinderte trotzdem ein Foto zu machen.

Wieder auf der Insel machten Jeannette und ich einen Rundgang und erhielten jede eine frisch geschlagene Kokosnuss.Das war köstlich. Auch einen Wasserapfel durften wir probieren. Ich hatte diese Früchte schon auf Eriyadu an einem Baum gesehen, wusste aber nicht was es ist. Zum essen schmeckt er wie ein Granismith-Apfel, von der Konsistenz her ist er aber wie Wassermelone. Total erfrischend.
Auf Filitheyo liegt ein kleiner uralter Friedhof. Niemand konnte oder wollte uns aber mehr darüber sagen.

Da uns das Schnorcheln und auch das Tauchen bei dieser enormen Strömung nicht zusagte, machten wir uns auf den Weg zum Spa-Center. Was wir da antrafen war genau nach unserem Geschmack. Wir lösten zuerst den Gutschein den wir zum Empfang erhalten hatten ein. Eine Nackenmassage. Für den nächsten Tag buchten wir eine Ganzkörper Massage. Aus verschieden Ölen konnten wir uns eines auslesen. Relax! Das war das Beste.

So entspannt setzten wir uns ebenfalls am Pool welcher auf halbem Weg zu unserem Bungi lag. Ein taubstummer Malediver brachte uns Tücher für die Liegestühle. Dieser Mann hat uns sehr beeindruckt. Trotz seinem Handycap konnten wir uns verständigen. Er erzählte uns vom Tsunami. Man konnte seine Angst förmlich spüren. An diesem Abend haben Jeannette und ich unseren Wassertopf vor dem Bungi mit Blumen und Schwimmkerzen gefüllt.
Wir haben lange vor den Lichtern gesessen und allen Opfern dieses grossen Unglücks gedacht.

Die Woche verflog im Nu. Und schon waren wir wieder bereit zum Heimflug. Der Abschied von unserem taubstummen Malediver war sehr emotional. Er hat uns umarmt, was ein Malediver normalerweise nie tut. Meine kleine Schwester und ich haben beide eine Träne weggewischt beim gehen.
Die Insel ist schön, aber für mich viel zu gross! Es war schön dass ich sie kennen lernen durfte, aber wenn ich wiedereinmal auf die Malediven kann wird mein Ziel eine kleine Insel sein.
Meine Gedanken sind auf Eriyadu.
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