|
|
Eriyadu / Februar 2005

Obwohl vor ein paar Wochen der Tsunami gewütet hat, haben wir unsere gebuchten Ferien auf Eriyadu nicht rückgangig gemacht. Eriyadu war nicht schwer beschädigt. Der Ankunftssteg war zwar schon ziemlich zerzaust, aber sonst war die Insel schön.

Wir bekamen den Bungi 112. Dort ist unser Herz hängen geblieben. Eine fantastische Aussicht vom Zimmer aus. Keine 10 Meter bis zum Strand und ein wunderschönes Riff.

Zu jeder Mahlzeit traffen wir ein super Buffet an. In kleinen Häuschen waren viele Köstlichkeiten angerichtet. Was uns besonders gefiel, war die grosse Auswahl an Gemüse. Meistens mit Bechamelle-Sauce gratiniert.Fantastisch zum essen. Und der Genuss bleibt, damit er länger anhält, auf den Hüften hängen.
Den Sonnenuntergang genossen wir Teils auf der grossen Sandzunge in der Nähe der Tauchschule oder mit einem Kaffee oder Fruchtsaft auf der Sonnenterrasse bei der Bar.

Eine besondere Begegnung hatten wir mit der Inselkatze.

Ein wunderschönes Tier. Der Kater wusste das aber auch. Er weiss ganz genau wann, wer, wo auf der Insel in den Ferien ist. Dort verbringt er dann auch viel Zeit. Vor allem da er weiss, dass ihm die Leute Katzenfutter mitbringen. Wir hatten uns am ersten Tag im Souveniershop jede ein armkettchen gekauft. Leider hat Jeannette ihres schon am zweiten Tag verloren. Es musste ihr auf dem Weg zum Abendessen abgefallen sein. Auf dem Rückweg suchten wir das Kettchen. Da aber nur Sand am Boden ist fanden wir es natürlich nicht. Der Kater sass unter einer Palme und Jeannette sagte zu ihm:“ Hey. Büsi, weisst Du wo mein Kettchen ist?“ Der Kater maunzte und wir gingen zu ihm um ihn zu streicheln. Es ist kaum zu glauben, aber das Kettchen lag neben ihm im Sand. Von da an nannten wir den Kater „Chetteli“, ohne zu überlegen, dass er sicher einen anderen Namen hatte.
Bei fast jedem Schnorchelgang am Hausriff haben wir irgend etwas, das normalerweise nicht im Wasser zu finden ist, mit ans Ufer genommen. Der Griff eines Regenschirms zum Beispiel. Eines der Überbleibsel des Tsunamis. Eine vorbei schwimmende Türe hat ein Angestellter wieder in die Strömung geschupft. In der Lagune steckte eine riesige Palmwurzel fest.

Irgendwie passte sie sogar ins Bild und es hatten sich bereits einige Fische und Seeigel zwischen dem Geäst angesiedelt. Eines Morgens haben Ameisen vor unserem Bungi ein Kofferfischskelett an die Oberfläche geschaufelt. ein trauriger Anblick, vor allem wenn man sich vorstellt, dass dieser Fisch erstickt sein muss.

Die ergreifendsten Sachen über den Tsunami hörten wir aber von Angestellten, welche auch Angehörige verloren hatten. Unsere Stimmung war schon gedämpft. Wir haben die Zeit auf Eriyadu sehr genossen aber die ungezwungene Atmosphäre von unserem Aufenthalt auf Reethi-Beach war es nicht. Um uns ein wenig ab zu lenken buchten wir einen Manta-Ausflug. Und wir hatten grosses Glück, denn wir haben die Mantas tatsächlich angetroffen.

Es ist so fantastisch mit ihnen zu schwimmen. Es ist ein traumhaftes Gefühl, wenn ein so grosses, friedliches Tier unter einem durch schwimmt. Nicht nur ich sondern auch meine kleine Schwester werden diesen Ausflug nie mehr vergessen.
Da Jeannette nur einen Tauchgang absolvierte und die Insel überbucht war, bekamen wir das Angebot, die zweite Woche unserer Ferien auf Filitheo zu verbringen. Ohne Aufpreis! Wir studierten sofort die Fotos von Filitheo im Maledivenbuch über Resorts. Wow, das Riff machte einen gigantischen Eindruck. Die ganze Insel war laut den Bildern ein Traum. Also liessen wir uns nicht zweimal Bitten.
Die Tauchschule gab uns zwei Taschen mit Zahnbürsten und Spielsachen mit, welche wir in der anderen Tauchschule abgeben sollten.Das waren Spenden für Malediver auf einer nahe gelegenen Insel von Filitheo. Unsere Sachen die wir im Überfluss mitgenommen haben (um sie den Angestellten zu geben) liessen wir im Zimmer zurück. Auch durften wir grosszügig Geld, welches uns von Freunden für die Malediver mitgegeben wurde verteilen.Und zwar so, dass keiner sich verpflichtet fühlen musste.
Mit grosser Vorfreude reisten wir wieder nach Male und von dort mit dem Wasserflugzeug nach Filitheo.
zurück |
|