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Embudu-Village / Februar 2004

Im Herbst 2003 sassen Freundin Ruth und mein Patenmädchen Monique mit mir in unserer Küche und wir träumten von Ferien. Es war natürlich klar, dass ich immer wieder die Malediven zur Sprache brachte.Es war fast Mitternacht als wir uns in einer leicht angeheiterten Laune die Hände gaben und uns versprachen alle drei im Frühling für eine Woche auf die Malediven zu fliegen. Monique, die sich mittlerweile vor den Fernseher verzogen hatte, meinte nur: "Das glaube ich erst wenn ich im Flugzeug sitze!" Anfangs Februar war es dann so weit. Wir reisten nach Embudu.
Schon bei der Ankunft in Male waren die Zwei hin und weg. Wir genehmigten uns einen Orangensaft und bestiegen dann das Dhoni, welches uns auf unsere Insel bringen würde. 45 Minuten dauerte die Überfahrt. Ruth zeigte überhaupt keine Begeisterung für die Schiffsreise. Logisch, sie verträgt das schaukeln nicht.
An einem langen Steg legten wir an und wurden in die Rezeptions-Lounge geführt. Ein kühles, nach
Pfefferminz riechendes Tuch wurde uns zur Erfrischung gereicht. Ein Fruchtsaft gegen den Durst und als Willkommens-Drink, nahmen wir sehr gerne entgegen. Nach den üblichen Fomalitäten führte man uns zu unseren Bungalows. Wir hatten einzeln gebucht, denn mein Schnarchen bringt fast jeden aus der Fassung, der ein Zimmer mit mir teilen muss. (ICH habe mich zwar noch nie gehört!) :O) Die Zimmer waren gross aber nicht, wie wir es gebucht hatten, am Strand . Und die Riesenameisen waren eindeutig in der Überzahl. Also nicht zum aushalten. Nach einer kurzen Diskussion erhielten wir ohne Probleme neue Bungis zugewiesen. Und erst noch zusammengebaute. Das war uns recht und die Zimmer waren schön und vor allem ameisenfrei.

Ein Inselrundgang war angesagt. Unter dem Steg zu den Wasserbungalows tummelten sich riesige Papageien-Fische. Zu meinem Schreck verabschiedete sich meine Kamera. Ist ja toll! Ich war auf den Malediven und mein Fotoapparat gab den Geist auf . Also musste eine Einwegkamera her. Nur leider ging das ins Geld.
Eine wunderschöne, grosse Lagune lud zum plantschen ein. Natürlich mussten wir sofort das Hausriff
(etwa 50 m vom Strand entfernt) begutachten. Das erste was wir sahen war ein riesiger Schwarm Stachelmakrelen. Ich war fest entschlossen, dass ich mir eine Kamera mit einem richtigen Unterwassergehäuse zusammen sparen würde, denn ich wollte endlich richtig fotografieren und auch kleine Filmchen drehen.
Als wir nach dem Essen noch einen Inselrundgang machten, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben leuchtendes Plankton. Das wirkte ein bisschen gespenstisch, aber man konnte es sogar auf die Hand nehmen und es leuchtete noch eine Weile weiter. Beim Ankunftssteg wurd am Abend das Meer mit starkem Licht angeleuchtet. So konnte man die Jagd der Stachelmakrelen beobachten. Faszinierend!
Am 4. Tag luden mich Ruth und Monique zu einem Schnorchelausflug zu den Mantes ein. Mit einem mulmigen Gefühl liess ich mich auch ins Wasser gleiten. Was ich da aber sah und erlebte war einfach das Grösste. Wie aus dem Nichts kamen uns 6 Mantas entgegen. Sie schwammen in stoischer Ruhe unter uns durch. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl diesen ruhigen und riesigen Tieren so nah zu sein. Monique schwamm ein bisschen vor mir als einer der riesigen Mantas direkt auf sie zu schwamm. Mit geöffnetem Maul siebte er das Wasser. Er drehte ab und machte eine Rolle. Ich kann nicht beschreiben was ich in diesem Moment empfunden habe. Es war einfach gewaltig!
Auf dem Rückweg nach Embudu traffen wir zur Krönung einige Delfine.Nach so einem Ausflug konnte ich nur sagen:“ Was will man mehr? Es war das Grösste!“ Ich danke Euch Zwei für dieses tolle und unvergessliche Erlebnis!

Zum Essen bekamen wir einen Tisch mitten im grossen Restaurant zugewiesen. Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen, da wir nicht unbedingt in der Mitte sitzen wollten, aber das Essen hat uns entschädigt. Viele fritierte, feine Sachen. Zusammen mit den verschiedensten Desserts taten wir nicht unbedingt etwas für die schlanke Linie, aber man ist ja nicht in den Ferien um Diät zu halten. Nur, ein Salat brachte mich ins Staunen. Keine Ahnung was das war! Aber bitter, zäh und nicht einzuorden. Also ein zweites Mal nahm ich nicht davon. Ansonsten war die Auswahl recht gross und vielfältig. Einzig das Anstehen am Buffet war nicht mein Ding. Es kam mir aber auch vor als platze das Restaurant aus allen Nähten.
Neben dem Ankunftssteg ist der Einstieg für den vorderen Teil des Hausriffs. Es hat immer eine leichte Stömung und man kann sich wunderbar dem Riff entlang treiben lassen. Dort machte nicht nur ich die Bekanntschaft mit „Bruno“ dem Riesen-Drücker.Er ist nicht nur während der Brut-zeit agressiv. Er vertreibt das ganze Jahr „Eindringlinge. Er kommt wie eine Rakete auf einem zugeschossen. Er zeigt seine grossen Zähne und visiert einem richtig an. An mir ist er zuerst vorbei gesaust. Hat sich dann aber gedreht und sich an einer meiner Flossen „angedoggt“.
Ruth nahm Reissaus. Sie flüchtete quer über das Riffdach an den Strand. Auch Monique war plötzlich weit weg. Wir sahen uns nicht mehr und leichte Panik breitete sich aus. Wieder vereint, konnten wir uns entspannen und über unsere Erfahrung sogar lachen.

Trotz der wunderschönen Korallen und den vielen Fischen haben wir diese Riffseite von da an gemieden und uns auf der anderen Seite der Insel getummelt. Am liebsten waren Monique und ich stundenlang in der Lagune. Dort beobachteten wir die „Kinder-gärten“. So nannten wir die Korallenstöcke in der Lagune, die viele kleine Fische beherbergen.

Wir waren von den Picasso-Drückern begeistert, die in grosser Zahl anzutreffen sind. Ganze Familien tummeln sich im klaren Wasser. Gegen Abend drehten viele junge Schwarzspitzen-Riffhaie ihre Runden in der Lagune. Man konnte sie vom Strand aus beobachten und so auch fotografieren.

Unsere Woche auf Embudu verflog in Windeseile. Leider zerrinnt die Zeit immer zu schnell auf den Malediven. Das Versprechen, dass wir eines Tages wieder zusammen auf einer Insel sein werden, halten wir mit Sicherheit ein. Es wird vielleicht noch ein bisschen dauern bis dahin, aber eines Tages werden wir wieder zusammen am Strand sitzen und die Sonne geniessen.
Ich freue mich jetzt schon!
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